Rassig, würzig, unerwartet: Das mexikanisch-fränkische Bierkulinarium

Ein Abend voller kulinarischer Überraschungen sollte es werden, das erste Bierkulinarium des Jahres, das ganz im Zeichen mexikanischer Braukunst stand. Überhaupt lieben es die beiden Biersommeliers Kerstin und Christof Pilarzyk ja, in Sachen Geschmackserwartungen mit Vorurteilen aufzuräumen und mit trink- wie essbaren Gegenbeweisen für staunende Augen und entzückte Gaumen zu sorgen.

Nicht umsonst stand da Mexiko ganz oben auf der Liste, verbinden es die meisten Zeitgenossen in Sachen Kulinarik doch hauptsächlich mit Tacos und dem seltsam dünnen Gebräu, das hierzulande meist schlicht aus Flaschen, allenfalls dekoriert und geschmacklich angereichert mit einem Scheibchen Zitrone auf dem Flaschenhals konsumiert wird. Damit wäre den Mexikanern jedoch fürchterlich Unrecht getan, wie das Bierkulinarium schnell zeigte.

Tatsache ist nämlich, dass die Mexikaner ihr heimisches Bier lieber trinken als sonst irgendetwas, und es dort seit 1845, als ein Schweizer und ein Bayer die Braukunst nach Mittelamerika brachten, eine lebendige und vielfältige Braukultur gibt. Namen wie Tecate, Mexicali und die Serie „Cerveza del Dia de los Muertos“ klingen wie Musik in den Ohren internationaler Bierfans und boten den Gästen unseres Bierkulinariums den einzigartigen Geschmack unverwechselbarer Biere mit Erlebnischarakter.

Mexikanische Gaumenfreuden, fränkisch fein interpretiert

Wer die Grosch-Bierkulinarien kennt, weiß bereits, dass die internationalen Braukunst-Battles immer auch eine willkommene Gelegenheit für die Küche sind, den weithin geliebten oberfränkischen Kochstil mit einem schelmischen Blick über den Tellerrand zu wahrhaft kosmopolitischen Gaumenfreuden zu verbinden. Und so kamen auch beim Januar-Bierkulinarium mit mexikanisch-fränkischen Genüssen echte Genuss-Hybriden auf den Tisch.

Das Maissüppchen mit Roastbeefspieß und Korianderschaum etwa. Und die Perlhuhnbrust in Tomaten-Limetten-Jalapenosauce mit schwarzen Bohnen und Maisbrot als Würdigung des mexikanischen Talents, aus einfachen Zutaten ein Feuerwerk des guten Geschmacks zu zaubern. Nachos? Natürlich! Mit Salsa und Guacamole, wie man es nur beim Grosch geboten bekommt. Der Nachtisch zeigte sich ganz von seiner Schokoladenseite: Das Schokoladenküchlein mit Mango-Kiwi-Sorbet und Granatapfelkernen geriet im Zusammenspiel mit dem heiß gestachelten Grosch-Bock zum krönenden Abschluss.