Die ganze Vielfalt der Geschmäcker beim Grosch-Wein-Bierkulinarium

Früher war es leicht, Genießer und Genüsse in Kategorien einzuteilen. Zu Fisch oder Fleisch zogen die einen Wein vor, die anderen tranken lieber Bier. Spätestens seit es die Wein-Bierkulinarien beim Grosch gibt, kommt die alte Ordnung ins Wanken. Denn nun lassen die beiden Biersommeliers Kerstin und Christof Pilarzyk keinen Zweifel mehr daran, dass Bier und Wein keine Alternative sind, sondern im Zusammenspiel auf die jeweils ganz eigene Art den kulinarischen Genuss zum aufregenden Ereignis machen.

Unterstützt wurden sie diesmal von Schmuckstücken des Weinguts Dr. Heigel aus Zeil am Main, präsentiert von Weinsommelière Nina Baruschka. Wie die neue Ordnung aussehen könnte, zeigte letztlich IHK-Bierbotschafterin und Biersommelière in spé Paulina Pilarzyk, die mit dem ein oder anderen Intermezzo als Moderatorin die nächste Grosch-Generation repräsentierte.

Wie spannend, überraschend und vielfältig der Abend bei sechs Weinen, fünf Bieren und fünf fränkisch feinen Gängen werden würde, zeigte bereits der zwanglose Einstieg bei Fingerfood und Aperitif. Während der unterfränkische Secco mit milder Säure, feinperligem Schaum und dem dezent leuchtenden Rosé im Glas im Gespann mit Graved Lachs auf Pumpernickel ein intensives, nicht unbekanntes Geschmackserlebnis lieferte, übernahm der Vinator bereitwillig die Rolle des Revoluzzers.

Die mild-säuerliche, hopfige Bierspezialität aus Theinheim, auf dem Etikett kleinlaut als „Alkoholhaltiges Malzgetränk mit weißem Traubenmost“ betitelt, passt in keine Schublade. Dass er die Bandbreite einer handgewerkten Hopfenbombe mit dem Säure-Unterbau eines belgischen Lambic abliefert, verdankt er tatsächlich der gemeinsamen Vergärung von Malz und Traubenmost. Ein sprichwörtlicher Schmelztiegel im besten Sinne.

Doch genug der Details. Man kann sich vorstellen, welche überraschenden Geschmackserlebnisse das behutsam sensibilisierte Publikum dieses Wein-Bierkulinariums im Laufe des Abends genoss. Kein Wunder bei einer sorgsam geformten Komposition von ausgewählten Spezialitäten aus Fisch, Fleisch und Flora sowie zahlreichen Rebsorten, Hopfen- und Malzsorten, die Kerstin und Christof Pilarzyk mit ihrer gewohnt humoresken, bodenständigen und vielfach bewiesen kompetenten Moderation auf den Tisch und ganz sicher ins Langzeitgedächtnis ihrer Gäste brachten.

Das Menü zum 2. Grosch-Wein-Bierkulinarium

Hackfleisch in Weinblättern
Graved Lachs auf Pumpernickel

in Begleitung von Vinator & Rotling Secco

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Salat vom Spargel mit Rucola, Tomaten und Pinienkernen auf Rote-Beete-Carpaccio

in Begleitung von Citrilla IPA & Müller-Thurgau

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Pochiertes Kabeljaufilet mit Garnelen an einer Riesling-Kerbel-Sauce und dreierlei Karotten

in Begleitung von Riesling & Grosch Erntebier

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Rosa gebratenes Kalbshüftsteak mit Rotweinschalotten, Mangold und Süßkartoffelpürée

in Begleitung von Rotling, Weißburgunder aus dem Barrique & Grosch Fuhrmannstrunk

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Erdbeer-Weißbier-Kaltschale mit Rhabarber-Kompott und weißem Limetten-Minz-Parfait

in Begleitung von Rieslaner & Aventinus Eisbock