Sauerkrautwochen beim Grosch

Dass gesundes, vitaminreiches Essen den Körper fit hält und gerade jetzt Erkältungskrankheiten vorbeugt, weiß heute jedes Kind. Zu dumm nur, dass gesund so selten auch lecker ist. Es gibt aber ein Gemüse, das schmeckt und trotzdem reich an Vitamin A, B und K ist, viele Mineralstoffe enthält und einen geradezu legendären Ruf als Lieferant von Vitamin C genießt.

Zudem ist es praktisch fettlos und arm an Kohlenhydraten. Der Clou: Dieses Wundergemüse muss nicht erst Tausende von Kilometern eingeflogen werden, denn sein Rohstoff stammt aus heimischen Gefilden. Die Rede ist vom Sauerkraut.

Auch wenn Sauerkraut gemeinhin eher gering geschätzt und international oft abfällig mit deutschen Essgewohnheiten in Verbindung gebracht wird, so blickt es doch auf eine lange kulturelle, ja kosmopolitische Tradition zurück. Die alten Griechen kannten es, die Römer auch, selbst in China war man schon vor langer Zeit mit der Zubereitung des Sauerkrauts vertraut. Vermutlich brachten wandernde Mongolenstämme das Rezept im 13. Jahrhundert nach Europa, wo es später als Seefahrer-Proviant zur Grundlage der monatelangen Eroberungszüge und Entdeckungsreisen auf den Weltmeeren wurde.

Heute denkt man traditionell an Eisbein, Bratwürste oder Rippchen, wenn Sauerkraut auf den Tisch soll. Schade eigentlich, denn die leckere Vitaminbombe kann nicht nur als vielseitiger Begleiter, sondern selbst als verwandlungsfähiges Hauptgericht bezaubern. Das beweist nun wieder der Rödentaler Braugasthof Grosch. Als Schmankerl und Geheimtipp gleichermaßen findet sich da zum Beispiel das gebratene Lachsforellenfilet in der Karoffelkruste auf Apfel-Rahmauerkraut oder etwa das Schweinerückensteak, gefüllt mit Sauerkraut und rohem Schinken auf Dunkelbiersauce, dazu gebackene Drillingskartoffeln.

Wem es schwer fällt, sich zwischen weiteren raffinierten Sauerkraut-Variationen wie etwa der mit Kuhkäse überbackenen Sauerkraut-Hackfleischlasagne auf Rucola oder den gebratenen Rotwurstscheiben im Luthertrunksenf-Mantel auf Rosmarin-Sauerkraut mit Kartoffelstampf zu entscheiden, der möchte sich vielleicht auf traditionelle Gerichte besinnen – denn selbstverständlich stehen auch Coburger Bratwürste auf Sauerkraut, dazu Dampfkartoffeln, auf der Speisekarte. Ebenso wie der fränkische Schweinebraten an einer Dunkelbiersauce mit Sauerkraut und hausgemachten Klößen. Wer noch mehr probieren möchte, sollte sich zunächst an das Sauerkrautcremesüppchen mit Bratwurstscheiben halten. Oder den Sauerkrautsalat mit Ochsenbrustscheiben an einer Apfel-Meerrettichvinaigrette.

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