Dass es praktisch überall auf der Welt Bier gibt, dass noch dazu mit ganz unterschiedlichen Philosophien gebraut wird und entsprechend anders schmeckt, ist eine Botschaft, die in allen Bierkulinarien steckt, die beim Grosch jemals stattgefunden haben. Wie spannend das aber bei genauerer Betrachtung sein kann, zeigte sich diesmal ganz besonders. Unter dem Motto „Grosch meets America“ ging es im September um einen Vergleich einheimischer Braukunst mit Spezialitäten aus Hopfen und Malz, die quer über die USA entstehen.

Eine ganz grundlegende Erkenntnis des Abends: Es gibt eben doch Bier auf Hawaii, und das ist nicht mal schlecht. Das Longboard Island Lager, das unsere Gäste beim September-Bierkulinarium probierten, braucht mit seinen feinen Hopfentönen über dem kräftigen Malzaroma den Vergleich mit unseren einheimischen Bieren nicht zu scheuen, wenngleich es schon aufgrund seiner Entstehung auf der anderen Seite des Planeten natürlich von ganz anderen kulturellen Einflüssen geprägt und an andere Geschmacksvorlieben angepasst ist.

Ähnlich verhält es sich mit den anderen exotischen Bieren des Abends, allesamt sorgsam von den Biersommeliers Kerstin und Christoph Pilarzyk ausgewählt, die regional repräsentativ aus Brauereien von Pennsylvania im Osten, über Kalifornien und eben Hawaii stammen und teils nur auf abenteuerlichen Wegen beschafft werden konnten. Weyerbacher Imperial Stout, Anchor Porter und Holy Gose Ale seien hier beispielhaft genannt für eine Bierkultur, die zum größten Teil – wie sollte es anders sein – auf deutsche Auswanderer zurückgeht und sich inzwischen zu einer eigenen Bierkultur gemausert hat. Manches davon kommt wieder zurück und inspiriert sogar unsere Brauer in good old Germany, wie zum Beispiel zum „Anno 1492“, das seinen besonderen Geschmack hauptsächlich amerikanischen Hopfensorten verdankt, dabei aber selbstverständlich nach dem Bayerischen Reinheitsgebot gebraut ist.

Aufregend: Gerichte aus aller Welt, fränkisch fein interpretiert

Für so manchen ungeahnten Höhepunkt sorgte beim Bierkulinarium jede Station des Vier-Gänge-Menüs, bei der sich die Gäste davon überzeugen können, wie sich der Charakter einer Bierspezialität zu Fisch, Fleisch und Gemüsen verändert. Hierzu bot auch bei diesem Termin jeder Gang einen Blick über den Tellerrand zu wahrhaft kosmopolitischen Gaumenfreuden. Eben ein Jubiläumsfeuerwerk der Genüsse.

Das Menü zum Bierkulinarium

Fingerfood vorneweg

Nachos mit Dip

Pulled Pork im Glas

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Menü

Tomatencarpaccio mit Ceasar-Dressing und Spareribs

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Lachsforelle im Speckmantel auf pikantem Kartoffelsalat

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Surf and Turf

Flanksteak mit Flusskrebsen, dazu in Honig karamellisierte rote und weiße Bohnen und French Fries

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Erdnussbuttermousse mit pikantem Mangochutney