Gebraute Glanzlichter beim deutsch-dänischen Bierkulinarium

Das erste Grosch-Bierkulinarium des Jahres geriet mit einzigartigen Hopfenspezialitäten und Genüssen von Smörrebröd bis Skreifilet und Schweinekrustenbraten zu einem deutsch-dänischen Kulturereignis. Spannend, überraschend und vielfältig wurde es beim Geschmacksvergleich oberfränkischer und norddänischer Braukreationen, die trotz ihrer Verschiedenheit eines gemeinsam hatten:  Leidenschaft und Innovationsgeist, rein handwerklich zu flüssigen Kunstwerken transformiert, kamen bei diesem internationalen Genussfeuerwerk in die Gläser.

Ob Indian Pale Ale mit Craftbeer-Hopfen wie Cascade, Columbus und Tomahawk oder Bierspezialitäten nach 500-jähriger Bio-Rezeptur – auf ihre ganz eigene Art verstanden es die beiden Biersommeliers Kerstin und Christof Pilarzyk, den Bierprobierern die feinen Unterschiede zwischen oberfränkischer und dänischer Braukunst nahezubringen. Unterstützt wurden sie diesmal von Claus Sogaard, Brauer aus dem norddänischen Aalborg, der kräftig gehopfte, selbst kreierte Biere mit vielversprechenden Namen wie „Kickstarter“, „Flight of Icarus“ und „Banana Split“ mitbrachte. Sie alle haben ihre Geschichte und sind eine wahr gewordene Vision. Das „Utzon Dark“ etwa, benannt nach der dänischen Baukunst-Legende Jörn Utzon, ist dem englischen Brown Ale nachempfunden, jedoch mit Noten von Schokolade von südamerikanischen Bieren beeinflusst und mit dezenten Röstaromen ausgestattet.

Immer wieder boten die Biersommeliers Vergleiche mit neuen und altbekannten, korrespondierenden Bieren aus der eigenen Brauerei – wie dem Luthertrunk, dem Fuhrmannstrunk und dem Grosch-Weissbier – und schufen so die Möglichkeit, Unterschiede bis hinein in Nuancen zu erkennen. Die riesige Fülle an Geschmacksnoten, die schon aus der rechnerischen Vielzahl an Möglichkeiten aus über 50 Malz- und mehr als 100 Hopfensorten entstehen kann, macht schließlich den besonderen Reiz des Bierkulinariums aus. Einzigartig wurde es auch dieses Mal durch die Kompetenz und Dramaturgie des Biersommelier-Ehepaars Kerstin und Christof Pilarzyk sowie eine begleitende, kulinarische Luxusreise in fünf Gängen, fränkisch fein interpretiert.

Kulinarische Grüße von Smörrebröd bis Skreifilet

Für so manchen ungeahnten Höhepunkt sorgte jede Station des Vier-Gänge-Menüs, bei dem sich die Gäste davon überzeugen konnten, wie sich der Charakter einer Bierspezialität zu Fisch, Fleisch und Gemüsen verändert. Genau genommen waren es dieses Mal ja sechs Gänge, denn dem eigentlichen Menü gingen bereits Snacks aus Smörrebröd, Hering, Roastbeef und geräucherten Würstchen voraus. Und zum Schluss kam mit dem frisch dekantierten Eisbock noch ein hochprozentiger Digestif auf den Tisch, der ebenso rar wie exotisch geschmacksintensiv ist und dem üppigen Menü ein kleines, sehr feines Goldkrönchen aufsetzte.

Wer die Grosch-Bierkulinarien kennt, weiß bereits, dass die internationalen Braukunst-Battles immer auch eine willkommene Gelegenheit für die Küche sind, den weithin geliebten oberfränkischen Kochstil mit einem schelmischen Blick über den Tellerrand zu wahrhaft kosmopolitischen Gaumenfreuden zu verbinden. Und so kamen beim Januar-Bierkulinarium fränkisch-dänische Gänge auf den Tisch. Der Feldsalat mit Weißbierdressing und krossen Speckstreifen etwa, die sich als Motiv auch im Hauptgang beim krossen Schweinebauch auf Karotten und karamelisierten Kartoffeln wiederfanden. Oder das Filet vom Skrei, dem nordatlantischen Kabeljau, der nur jetzt Saison hat und mit einheimischem Rote-Beete-Gemüse zu einer völkerverbindenden Leckerei verschmilzt.

So soll es sein, ein Spektakel aus Genuss, Geschmack und Geselligkeit, das weit und breit auf ganz eigenen Füßen steht. Man darf gespannt sein, welches Gesicht das nächste Grosch-Bierkulinarium im April haben wird …