Auszeichnung: Großer Beitrag zum immateriellen Kulturerbe

Bereits im vergangenen Jahr wurde die Arbeit des Vereins Genussregion Oberfranken von der Deutschen UNESCO-Kommission in das bundesweite Verzeichnis guter Praxisbeispiele zum Erhalt des immateriellen Welterbes aufgenommen. In dieses Verzeichnis schaffen es nur Projekte und Aktivitäten, die modellhaft die Grundsätze und Ziele des UNESCO-Übereinkommens zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes widerspiegeln. Jetzt wurden auch die ausgezeichnet, die die Genussregion Oberfranken mit Leben erfüllen. Urkunden gab es für den Verein Bierland Oberfranken und den Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband (BHG). Der Grosch gehört nicht nur beiden Institutionen an, Grosch-Chefin Kerstin Pilarzyk ist regionale BHG-Vorsitzende und Ehemann Christof ist geschäftsführender Vorstand von Bierland Oberfranken.

Große Fülle kulinarischer Besonderheiten

„In Oberfranken gibt es eine große Fülle kulinarischer Besonderheiten, mit denen häufig sorgsam gepflegte Bräuche und ihre kreative Weiterentwicklung verbunden sind. Die kulinarische Identität ist nicht nur ein Stück Geschichte, sondern allseits gepflegte kulturelle Gegenwart und Teil der Identität der Menschen. Das Wissen um Erzeugung, Herstellung, Rezepturen, Bräuche und Brauchzusammenhänge dieser Spezialitäten wird im traditionsbewussten Handwerk und Gastgewerbe, in der Landwirtschaft aber auch in den eingesessenen Familien seit Jahrhunderten von Generation zu Generation weitergegeben“, lautete seinerzeit die Bewertung des Expertenkommitees. Getragen werden diese Traditionen vielerorts von den Gaststätten, Übernachtungsbetrieben und Brauereien und damit eben auch von den Mitglieder des BHG und von Bierland Oberfranken.

Regionale Spezialitätenvielfalt lebendig erhalten

Dieses kulinarische Erbe erstmalig übergreifend zu dokumentieren, haben sich der Verein „Genussregion Oberfranken“ und die Handwerkskammer für Oberfranken zur Aufgabe gemacht. „Damit wirkt der Verein maßgeblich darauf hin, die regionale Spezialitätenvielfalt in Oberfranken zu bewahren, zu tradieren und lebendig zu erhalten. Mit seinen vielfältigen Maßnahmen trägt er zu einer neuen Wahrnehmung und Wertschätzung des kulinarischen Erbes und zur aktiven Wissensweitergabe um Erzeugung und Herstellung, um Brauch- und Traditionszusammenhänge bei. Das Beispiel zeigt eindrucksvoll, wie in industrialisierten Gesellschaften eine den soziökonomischen Kontext fördernde Rückbesinnung auf regionale Lebensmittel auch im Sinne einer nachhaltigen (ökologischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen) Entwicklung gefördert werden kann. Das auch wissenschaftlich begleitete Projekt kann ggf. andere Regionen anregen, sich intensiv mit der Kultur, Vielfalt und Qualität regionaler Spezialitäten auseinanderzusetzen“, so die UNESCO-Experten.

Ständige Weiterentwicklung der Genussregion

„Gewürdigt seitens der Deutschen UNESCO-Kommission wurde auch das Netzwerk der Akteure und Institutionen, die hinter dem Verein Genussregion Oberfranken stehen. Eine solche Zusammenarbeit verschiedenster Institutionen und Produzenten an einem Tisch ist bundesweit einmalig ist und sorgt dafür, dass sich das Genussregion-Projekt in Oberfranken ständig weiter entwickelt. Dies, und weitere Bausteine wie das Zertifizierungsverfahren, die Ausbildung von Genussbotschaftern, die Maßnahmen zur Vorbereitung der Vermarktung Oberfrankens als Genussregion, die Maßnahmen zur Förderung der regionalen Wertschöpfung und das systematische, auf mehrere Jahre angelegte Strategiekonzept des Vereins Genussregion Oberfranken wurde nun auch auf Bundesebene als wirkungsvoller Beitrag und best practice für den Erhalt des immateriellen Weltkulturerbes gewürdigt“, sagte Dr. Bernd Sauer von der Handwerkskammer, Kuratoriumsvorsitzender des Vereins Genussregion Oberfranken.